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Politisches Update und Gemeinschaftsgefühl: Bezirksmitgliederversammlung in Oberfranken am 4. November

verfasst am 22. Oktober 2026
Warum es sich für Hausärztinnen und Hausärzte aus der Region lohnt, dabei zu sein, erklärt die BHÄV-Bezirksvorsitzende Anja Tischer im Interview.

Was kommt auf Hausärztinnen und Hausärzte zu, und mit welchen Herausforderungen ist die hausärztliche Versorgung speziell in Oberfranken konfrontiert? Darum geht es auf der Bezirksmitgliederversammlung in Oberfranken am Mittwoch, 4. November 2026, ab 18 Uhr. Warum es sich für Hausärztinnen und Hausärzte aus der Region lohnt, dabei zu sein, erklärt die BHÄV-Bezirksvorsitzende Anja Tischer im Interview.

Welche Themen werden bei der Bezirks-MV am 4. November im Vordergrund stehen?

Anja Tischer: Es wird vor allem um die aktuellen politischen Entwicklungen gehen. Da tut sich ja im Moment richtig viel, fast jeden Tag gibt es eine neue Meldung über geplante Änderungen im Gesundheitsbereich. Das führt bei vielen Kolleginnen und Kollegen Verunsicherung aus. Deshalb freue ich mich, dass unser Landesvorsitzender Dr. Wolfgang Ritter mit dabei sein wird und uns aus erster Hand berichten kann, was nach aktuellem Stand auf uns Hausärztinnen und Hausärzte zukommt und wie er die Lage einschätzt. Und natürlich wird er auch Fragen der Mitglieder direkt beantworten können.

Vor welchen Herausforderungen stehen hausärztliche Praxen speziell in Ihrem Bezirk?

Anja Tischer: Lange war Oberfranken weitgehend so etwas wie die Insel der Glückseligen in Bezug auf die hausärztliche Tätigkeit. Aber zunehmend beobachten wir jetzt auch in unserem Bezirk, wie sogenannte iMVZ, also investorenbetriebene Medizinische Versorgungszentren, vor allem aber Kliniken, Hausarztsitze aufkaufen und in die ambulante Versorgung drängen. In einem konkreten Beispiel mischt sich die geriatrische Abteilung an einem Klinikum in die Heimversorgung ein und hat ein telemedizinisches Pilotprojekt gestartet – ausgerechnet mit einem Pflegeheim-Träger, der auch für ein Pflegeheim bei uns am Ort verantwortlich ist und dort die Anbindung an die PraxisApp „Meine hausärztliche Praxis“ ablehnt, über die ich als Hausärztin auch telemedizinische Beratung leisten könnte. Da würde ich gerne hören, was meine hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen von diesem Vorstoß halten.

Eine weitere, recht neue Problematik tut sich beim Thema Impfen in Apotheken auf. Hier gibt es ebenfalls ein konkretes Beispiel: Eine Kollegin bekommt ihren bestellten Grippeimpfstoff nicht geliefert, während die Apotheke am Ort fleißig impft. Auch das möchte ich auf der Bezirksmitgliederversammlung ansprechen.

Und dann habe ich kürzlich mit Prof. Bettina Engel vom Medizincampus Oberfranken gesprochen und werde über die aktuellen Entwicklungen am Institut berichten, insbesondere über interessante Fortbildungen, die dort angeboten werden.

Ihre Praxis ist Pilotpraxis für das Konzept „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell“, kurz HÄPPI. Gibt es da Neues zu berichten?

Anja Tischer: HÄPPI läuft bei uns, ein Update zum aktuellen Stand des Projekts ist für die Bezirksmitgliederversammlung eingeplant. So viel vorweg: Wir HÄPPI-Praxen sind weiterhin untereinander vernetzt und arbeiten an einem Workbook, das interessierten Praxen helfen soll, auch HÄPPI zu werden.

Wir sind in unserer Praxis auf jeden Fall weiterhin sehr häppy mit HÄPPI, besonders meine Primary Care Managerin (PCM), die demnächst ihr eigenes Sprechzimmer bekommt. Derzeit haben wir eine Ärztin in Weiterbildung Allgemeinmedizin in der Praxis, die sich von der PCM in Bürokratie und Verwaltung fit machen lässt und ihrerseits ihr medizinisches Wissen mit der PCM teilt – eine echte Win-Win-Situation, die mich auch ein Stück weit entlastet.

Die kommende Bezirks-Mitgliederversammlung Oberfranken findet in Präsenz statt. Was spricht für dieses Format?

Anja Tischer: Unsere Bezirksmitgliederversammlungen hier in Oberfranken waren bisher immer in Präsenz, und das wollen wir auch beibehalten. Zum einen haben wir das Glück, ein überschaubarer Bezirk zu sein, sodass die Anfahrtswege nicht so weit sind. Wir haben das Landwirtshaus Frankenfarm in Himmelkron auch mit Bedacht für die Bezirksmitgliederversammlung gewählt, weil der Ort ganz zentral mitten in Oberfranken liegt. Zum anderen bietet ein Vor-Ort-Termin auch Raum für Zwischenmenschliches und Austausch abseits der Tagesordnung. Da schauen oft junge Kolleginnen und Kollegen vorbei, um Kontakte zu knüpfen, und die älteren freuen sich darauf, sich wieder mal zu treffen. Das stärkt einfach das Gemeinschaftsgefühl.

Noch nicht angemeldet?

Dann sollten Sie sich unbedingt jetzt zur Bezirks-Mitgliederversammlung Oberfranken anmelden.

Termin: 4. November 2026 an 18:00, Landwirtshaus Frankenfarm, Bernecker Str. 40,  95502 Himmelkron

Wir freuen uns übrigens auch über Gäste, die noch nicht Mitglieder des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes sind, es aber vielleicht werden möchten. Gerne können daher auch Praxiskolleginnen und -kollegen mit zur Veranstaltung gebracht werden. Wir bitten vorab um Anmeldung.